(Noch?) so gut wie Undercover: Initiative pro Archäologisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern (IPAL)

Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommern verfügt als einziges Bundesland über kein Archäologisches Landesmuseum. Die rege und erfolgreiche Tätigkeit der Bodendenkmalpflege sowie der Forschungsprojekte im Lande z. B. zum bronzezeitlichen Schlachtfeld im Tollense-Tal finden ohne ein öffentliches Schaufenster auf Landesniveau statt. Das ehemalige Landesmuseum, das auf Anfänge noch im 17. Jahrhundert zurückblicken konnte, war bis 1992 im Schweriner Schloss beheimatet. Mit dem Einzug des Landtags in das Schloss wurde es ersatzlos geschlossen. Derzeit sind - ohne handfeste Realisierungsaussichten - ein zentrales Fundarchiv geplant (seit 2006) sowie in Verbindung mit der Ausschreibung der "neuen" Professur für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Rostock (März2015) die Erarbeitung eines Konzepts für ein Archäologisches Landesmuseum. Während die staatlich angestellten Archäologen zu diesem Missstand öffentlich schweigen, hat sich eine Bürgerinitiative ehrenamtlicher Mitarbeiter und an Archäologie Interessierter zusammengefunden, welche die Einrichtung eines archäologischen Landesmuseums fordert und die Druck auf die Politik ausüben möchte.

Obwohl die Initiatoren im April 2015 eine Website samt Unterschriftenliste eingerichtet haben und um Unterzeichnen bitten, sehen sie sich nicht als Petition. Denn, wie Jürgen Krakor, Sprecher der Bürgerinitiative, Ende Mai dem DGUF-Newsletter gegenüber erläuterte: "Wir beabsichtigen die Unterschriftensammlung bis zum Erreichen des Zieles fortzusetzen. Eine Petition sehen wir als nicht zielführend, weil sie die politische Entscheidung bestenfalls kurzfristig beeinflussen würde. Vielmehr wollen wir mit einer dauerhaften Dokumentation des öffentlichen Willens den Weg hin zu einem archäologischen Landesmuseum begleiten, damit auch nach einer Legislaturperiode Zusagen nicht in Schubladen verschwinden." Die Online-Unterschriftensammlung soll demnächst durch "etliche kleine Aktionen mit handschriftlichen Unterschriftenlisten" ergänzt werden, eine Pressemitteilung über die Initiative und Unterschriftensammlung ist geplant.

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